Ein buntes Land

von Manfred Mai

 

Jek sarimo sveto

Manfred Mai


Illustration: Kinder der Melanchthonschule Münster,
Christiane Finger und Krystyna Strozyk
Sprecher Deutsch: Stephan Niemand
Übersetzerin und Sprecherin Romanes: Margitta Ajetovi

Kokokaka war ein Land hinter den Bergen.
Dort lebten die Pumpus schon seit tausend Jahren.
Zu allen Zeiten gab es große und kleine, dicke und dünne, kluge und dumme Pumpus.
Doch so unterschiedlich sie auch waren, eines hatten alle Pumpus gemeinsam: ein blaues Fell.

Kokokaka hine jek sveto palo brego. Odote zivinena o pumpus jek hiljada bers. Ko sa adava vreme postojinena isi bare hem cikne, tulje hem slaba, djande hem glupava Pumpus. Hem na sine nisavi razlika sa o Pumpus hineljen isto morti, hem sa o Pumpus ine ljen isto plavo boja.

 

 

 

Bis eines Tages das erste Pumpu mit einem roten Fell geboren wurde.

 

 

Dji jek dive na bijandilo prvo Pumpus so salje lolji morti.

Seine Eltern erschraken sehr, als sie ihr rotes Kind sahen. Sie wuschen und schrubbten es immer wieder, aber das Fell ihres Kindes blieb rot. „Ich habe es trotzdem lieb“, sagte die Mutter. Der Vater nickte. „Hauptsache, es ist gesund und wird glücklich.“
Gesund wurde das rote Pumpu, aber richtig glücklich nicht. Denn obwohl seine Eltern es lieb hatten und die meisten Pumpus nett zu ihm waren, spürte das rote Pumpu, dass es anders war. Und manchmal war es deswegen traurig.

Ljesor dad hem i dej but darandilje kana diklje pe cave so salje lolji morti. On toven lje hem moren lje ama panda ljesi morti lolji acol.

“Ama me paljem mangav lje“ penol ljesi dej. O dad cerol sereja “Ama ov talo sasto em nek ovel bahtalo.

Sasto ine o lolo Pumpus ama pravo bahtalo na sine. Hem so ljesi dej em dad manglje lje hem avera Pumpus so hine ljesa sukar. Ljelja ves o Pumpus so hine avercane. Hem po kaj drom sine bi bahtalo.

Eines Morgens sagte es zu seinen Eltern: „Ich gehe fort und suche so lange, bis ich rote Pumpus finde.“

Die Eltern erschraken wie damals, als sie ihr Kind zum ersten Mal sahen.
„Du brauchst nicht fortzugehen‟, entgegnete der Vater. „Es gibt keine roten Pumpus.“

„Ich bin doch auch rot.“
„Aber du bist die Ausnahme.“
„Vielleicht gibt es noch mehr Ausnahmen“, sagte das rote Pumpu. „Und die will ich finden.“

Es ließ sich von den Eltern weder umstimmen noch zurückhalten und machte sich auf den Weg.

Jek sajbajlje vakerol pe dadeja hem pe dajasa: ”Me ka djavtar but dur ka rodav vi averen lolje Pumpu. Hem dji ni arakav lolje Pumpus me na iranav”.

O dad hem i dej darandilje sar vi o prvo drom kana diklje pe cave. “Tu na trebol te djatar” penol o dad. “Nane lolje Pumpus”

“Ama me sijum lolo”
“Tu sijan jek izuzetak”
“Saj ka oven panda koni jek izuzetak”, penol o lolo Pumpu. “Hem me mangav te arakav lje”.

Na sundja pe dade hem pe dija. Djelotar ljendar.

 

Aber im ganzen Kokokakaland fand es kein einziges rotes Pumpu.
Enttäuscht und traurig
machte es sich auf den Heimweg.

Seine Eltern waren sehr froh,
als ihr Kind wieder vor ihnen stand.
Und auch die meisten anderen Pumpus
freuten sich, dass das rote Pumpu
wieder zu Hause war.

Ama ko celo kokokakala sveto na araklja nijek lolo Pumpu. Holjamo hem na hine ko cefi irinel pe napalal cere.

 

Oljesor dad hem i dej ine but bahtalje kana oljengo cavo avilo anglo ljende. Hem vi avera Pumpu sine bahtalje so o lolo Pumpu irisajlo cere.

Wenn ich ehrlich sein soll“, sagte ein dickes Pumpu, „das Rote hat mir gefehlt.“
„Mir auch“, sagte sein dünner Freund. „Ich finde es nämlich schön, dass es nicht nur blaue Pumpus gibt, sondern auch ein rotes.“
„Ich möchte auch gern eine andere Farbe haben‟, nuschelte ein kleines Pumpu, schloss die Augen und dachte an das leuchtende Gelb der Dotterblumen beim Bach.
„Ich wünsche mir schon lange ein grünes Fell‟, gab ein großes Pumpu zu. „Nur habe ich mich bisher nie getraut das zu sagen.‟

“Iskreno te ovav mandjqe nedostajindja”, enol jek tulo Pumpu, “hem mandje penol jek slabo amal oljesor.”

“Me misinav so si lace so naje samo plavo Pumpus, kaj si lace so isi hem lolo.”
“Me mangav isto panda vi aver farbe te ovel.” Avilo jek cikno Pumpu, panol pe jaca hem mislinipe zuto svetlo sijajimi i zuto luludi ko paj.
“Dumutan mangav te ovel man jek zeleno morti”, vakeri jek baro Pumpu. “Samo nastine te vacerdjum kanikase.”

Das große Pumpu füllte einen Bottich mit Wasser, sammelte verschiedene Kräuter und warf sie hinein. Bald färbte sich das Wasser grün und das große Pumpu stieg in den Bottich. Vorsichtig drehte und wendete es sich; mal war der Po mit dem Schwanz unter Wasser, mal der Kopf mit dem Rüssel. Und es dauerte nicht lange bis ein grünes Pumpu aus dem Bottich stieg.

Es schaute an sich hinunter und strahlte. „Also ich weiß nicht“, murmelte ein altes Pumpu, „wir Pumpus waren immer blau. Und ich meine,
das sollten wir auch bleiben.“

„Du kannst ja blau bleiben‟, erwiderte das grüne Pumpu. „Aber mir gefällt mein grünes Fell besser als mein blaues.‟

 

O baro Pumpu perdja jek kanta paj Cedisarda but car hem cudlja andre. O Pumpu kuvel ki kanta ko paj. Pohari irilpe hem vrtil pe hari ine oljesir bul em porik ko paj, hem hari ine o sero e surlaja. Hem na trajindja maj but dji na ikljilo o Pumpu zeleno ando paj.

Hem dikel pe dji natelje hem but raduilpe. “Ama me nadjanav nista”, penol jek purano Pumpu, “Amen o pumpu sijam uvek plava”. Hem me misinav adjikare mora te acova.

“Tu saj plavo te acove” , penol ljese o zeleno Pumpu. Ama mandje svidjil pe maj vise mi zeleno morti ki aver farba andi plavo.

 

Auch andere färbten in den nächsten Wochen ihr Fell und bald gab es Pumpus in vielen Farben. Das Kokokakaland war bunter als je zuvor.

Die meisten Pumpus fanden das viel schöner als das eintönige Blau - sogar einige von denen, die ihr blaues Fell lieber behalten wollten.

Zwischen den vielen farbigen Pumpus fühlte sich das rote Pumpu endlich wohl und war nun sehr glücklich.

Isi Pumpu ko maj but farbe. Hem ine ko but boje Pumpu. E kokokaka sveto hine sarimo.

 

 

But Pumpu penen kaj si adava maj lace te na ovel samo plavo morti.

Maskaro but Pumpu osetijsajlo o lolo Pumpu maj lace hem but bahtalo.