Lehrmaterialien

Gerda und Heinz

von Nikolaus Heidelbach

Mit sparsamen Sätzen, aber sehr treffsicher erzählt Nikolaus Heidelbach mit subtilem Humor von dem Scheitern einer Beziehung zwischen einem Mädchen und seiner selbst gebastelten Puppe, einem Männchen. Die wunderbar klaren, etwas skurrilen Bilder visualisieren die Textaussagen eindeutig und erleichtern Kindern mit Deutsch als Zweitsprache das Textverstehen. Die kettenförmige Reihung der Ereignisse innerhalb von Wochentagen animiert die Kinder zu einer Nacherzählung.

Außerdem lassen sich neue Situationen über den Text hinaus weiterspinnen. Lässt Gerda „ihren“ Heinz vielleicht doch noch wieder ins Haus? Was könnte in einer zweiten Woche passieren?

Neben den Erzählanreizen der Geschichte ergeben sich über das Sprachangebot indirekt auch Lernchancen für eine Wortschatzarbeit zu den Wochentagen und zum Thema Körper.

Informationen zu den Lehrmaterialien

Lernbereich Hören

Auf der Basis ihres Textverständnisses trainieren die Kinder ihre Hörkompetenz über die angebotenen Übungen.

Neben dem Hörtraining findet auch eine semantische Sicherung des Wortschatzes und der sprachstrukturellen Besonderheiten des Textes statt. Alle Übungen lassen sich sowohl in Kleingruppen als auch im Klassenverband einfach durchführen.

Lernbereich Sprechen und Erzählen

Die Bildvorlagen und die ausgewählten Erzählwörter bieten den Kindern die notwendigen Erzählhilfen für eine Nacherzählung. Es darf frei nacherzählt werden. Zentrale Aussagen, wie z. B. „Ich wünsche mir schon lange ein grünes Fell“ sollten wörtlich von den Kindern aufgegriffen werden. Erzählanfänge wie „eines Tages ...“ erleichtern den Einstieg in einen Erzählvortrag.

Darüberhinaus können Redemittel und Satzmuster, die sich später auf andere Erzähl- oder Sprechsituationen übertragen lassen, trainiert werden. Hier dient das Prinzip der Wiederholung und Automatisierung dem Einschleifen von Satz- bzw. Redemustern.

Lernbereich Lesen

Über die gezielten Hörübungen wurde das textimmanente Wort- und Sprachmaterial bereits semantisch weitgehend gesichert und Bestandteil des „inneren Lexikons“. Auf der interaktiven Kinderseite wird der gesamte Text in der Originalfassung zum selbstständigen Erlesen angeboten. Den Textabschnitten ist in der Regel ein Bild vorgeschaltet, um das Textverstehen zu unterstützen. Die Auseinandersetzung mit dem Bildinhalt wird über eine Auswahl einzelner Schlüsselwörter, die zuerst erlesen werden müssen, intensiviert. Zudem ist ein differenziertes Erlesen notwendig, um die nicht abgebildeten Wörter auszuschließen.

Erst nach der Bilderschließung erfolgt der eigentliche Lesevorgang. Nach jedem Textabschnitt gibt es eine Frage zum Sinnverstehen. Diese Frage sollte von dem Kind beantwortet werden, bevor es weiterliest. So entstehen für das Kind kleine „Verstehensinseln“, die den komplexen Lesevorgang strukturieren.

Die Leseübungen zum Download, die sich im Anspruchsniveau (Wort-, Satz- und Textebene) unterscheiden, können mit einer klaren Leseerwartung verknüpft werden. Es werden sowohl lesetechnische Fertigkeiten als auch die Fähigkeit der Sinnkonstruktion trainiert. Alle Leseaufgaben stehen im thematischen Kontext der jeweiligen Geschichte und erleichtern den Kindern ein Lesesinnverstehen und die Hypothesenbildung, da ihnen der inhaltliche und sprachliche Rahmen bereits vertraut ist.

Lernbereich Schreiben

Auf der Grundlage des bekannten Sprach- und Wortmaterials der jeweiligen Texte lassen sich kleine Schreibanlässe kreieren, die häufig den Prinzipien des generativen Schreibens folgen. Auf der Basis einer vorgegeben Textstruktur wird ein eigener Text über den Austausch oder die Erweiterung einzelner sprachlicher Elemente verfasst. Etwas fortgeschrittene Schreiber können mit Hilfe vorgegebener Bilder eigene Nacherzählungen oder individuelle Textideen planen und aufschreiben. Fragen, die sich auf den Inhalt der Geschichte beziehen, regen zu ersten schriftlichen Auseinandersetzungen mit Texten an.