Lehrmaterialien

Erzählhilfen

Übungen – Leseangebote

Übungen – Schreibangebote

 

 

 

Essi war´s

von Antje Damm

Inhalt

Mit feinem Humor beschreibt Antje Damm den ganz normalen Tagesablauf eines kleinen Mädchens namens Ida, das mit seinem Stoffbären Essi unzertrennlich unterwegs ist. So kann Ida kleine Missgeschicke und Nickeligkeiten jederzeit und zunehmend gekonnter ihrem Essi unterschieben.

„Essi war´s“, so lautet ihr Kommentar, der ihr wie selbstverständlich über die Lippen kommt, wenn ihr ein kleines Malheur passiert, mal aus Versehen, mal mit Absicht.

Die Eltern sind schon darauf eingestellt, dass Essi Kakaotassen umwirft oder im Supermarkt den Einkaufswagen mit Süßigkeiten vollstopft. So wundert es dann auch den Leser nicht, dass sich Idas Papa am Ende eines langen Tages bei Essi für den Gutenachtkuss bedankt. Darauf reagiert Ida nun aber empört: „Das war nicht Essi. Das war doch ich.“

Textanspruch und Zielgruppe

Der Text ist vom Erzählaufbau einfach. Die Protagonisten bestehen aus Mutter, Vater, Ida, dem geliebten Stoffbären Essi und einem Spielkameraden namens Ben.

Ida, die Hauptperson, haucht ihrem Essi Leben ein, indem sie ihn für alles verantwortlich macht, was den Ärger ihrer Eltern auf sich ziehen könnte.

Der Text enthält häufiger „Leerstellen“ und diese müssen vom Leser gefüllt werden. Dass Ida zum Beispiel keine Mütze aufsetzen möchte, erklärt nicht, warum Mama sie plötzlich aus der „Pfütze sammeln“ muss. Erst Idas Ausruf Essi war´s verweist auf die vorausgegangene „Tat“. Doch diese muss der kindliche Rezipient selbst in die Szene hineinprojizieren. Die klaren eindeutigen und ausdrucksvollen Illustrationen von Julius Thesing visualisieren die Szenen jedoch sehr anschaulich und unterstützen die Interpretationsleistung der Kinder.

Jede Episode beschreibt eine kleine Nickeligkeit von Ida, die Essi untergeschoben wird. So umgeht Ida geschickt den Konsequenzen und Essi erhält statt ihrer die Bestrafung, indem er z. B. nicht mehr mitspielen darf und ins Bett gesteckt wird.

Die Episoden erstrecken sich über den ganzen Tag und enden erst am Abend, als beide ins Bett müssen. Kurz vor dem Einschlafen bekommt Essi dann von Ida nun mit mütterlicher Autorität noch eine saftige Ermahnung für den nächsten Tag.

Der Reiz der Geschichte besteht darin, dass jeder der Protagonisten und auch der kindliche Leser eigentlich weiß, dass Essi ein Stoffbär ist und darum auch nichts sagen (und nicht handeln) kann, wie die Autorin auch am Anfang der Geschichte eindeutig bemerkt. So grenzt sich die reale Handlung aus der Alltagswelt eines Kindes gegenüber phantastischen Elementen eindeutig ab. Dies sollte auch einem Kitakind bei der Rezeption deutlich werden.

Der Text eignet sich eigentlich für alle Kinder, deren Kuscheltiere noch ein lebendiges Eigenleben führen. Da sich die Protagonistin Ida jedoch eher dem Vorschulalter zuordnen lässt, spricht diese Geschichte insbesondere jüngere Kinder in der Kita oder in der Schuleingangsphase an. Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erlernen, können die Geschichte aufgrund ihrer Text-Bild-Kombination gut erschließen, wenn wichtige Schlüsselwörter bekannt sind.

Kinder, die lese- und schreibtechnisch gut entwickelt sind, finden insbesondere über die Lese- und Schreibangebote individuelle Herausforderungen

Methodische Hinweise

Erstbegegnung mit dem Text

Es empfiehlt sich, die Geschichte im Vorfeld gemeinsam zu erschließen.

Je nach Gruppengröße kann dies sowohl digital über das E-Book oder auch über eine Vorlesesituation unter Verwendung der Druckvorlagen geschehen. Vorbereitend könnte man die Kinder ihr Lieblingskuscheltier mitbringen und vorstellen lassen, um dann auf den Stoffbären Essi überzuleiten. So könnten die Kinder bereits im Vorfeld mit den Protagonisten der Geschichte vertraut gemacht werden (s. Figuren mit Artikel).

Eine ansprechende Vorleseatmosphäre lässt sich über das Erzähltheater, das Kamishibai, gestalten. Hier dominieren die aussagekräftigen Bilder und das Vorlesen der Lehrkraft. Die Vorleserin steht im direkten Kontakt zu den Kindern und kann jederzeit mit den Kindern interagieren, indem sie vor dem Lesen wichtige Schlüsselwörter (s. Bildwortkarten) gemeinsam mit den Kindern bespricht, während des Lesens die Kinder mit Fragen und eigenen Vermutungen zum weiteren Erzählverlauf miteinbezieht und nach dem Lesen ein Gespräch über den Erzählinhalt führt. Diese Anschlusskommunikation ist wichtig und entscheidend, da vor allem Kinder mit DaZ hier die Chance haben, ihr eigenes Textverstehen zu überprüfen und mit dem der anderen Kinder abzugleichen. Die Lehrkraft kann jederzeit durch Fragen und Impulse in die richtige Richtung lenken.

Wichtige Anschlussfragen könnten lauten: Glaubst du wirklich, dass Essi all diese Dinge getan hat? Wenn du so wärst wie Ida, wann würdest du sagen, dass dein Kuscheltier etwas angestellt hat? Indem die Kinder Situationen aus ihrer eigenen Lebenswirklichkeit schildern, ahmen sie Ida nach und handeln bereits analog zur Geschichte. Darüber lässt sich Idas Strategie leicht begreifen.

Weitere Anregungen zum Umgang mit dem Text

Um das Textverstehen zu intensivieren und um gerade bei DaZ-Kindern einen Sprechwortschatz aufzubauen und zu erweitern, sollte man länger bei dem Erzählinhalt verweilen und die Kinder beispielsweise in einer der folgenden Stunden die Episoden anhand der Bilder nacherzählen lassen.

Dabei können erste Kriterien festgelegt werden, die bei den Kindern grundlegende Erzähl- und Textkompetenzen anbahnen. Die Handlung muss chronologisch in der richtigen Reihenfolge erzählt werden. Die Redemittel sollten von den Kindern bewusst eingesetzt werden. Die Tageszeiten lassen sich wie selbstverständlich aufgreifen und verlangen eine korrekte Formulierung.

Eine szenische Darstellung lässt sich über die freigestellten Figuren einfach umsetzen. Ebenso können sich die Kinder eigene Episoden mit ihren Kuscheltieren ausdenken und dem Publikum vorstellen.

Informationen zu den Lehrmaterialien

Erst auf der Grundlage einer angeleiteten Textrezeption sollten die Hör-, Lese- und Schreibaufgaben allein oder in Partner- oder Gruppenarbeit gelöst werden.

Lernbereich Hören

Auf der Basis einer angeleiteten Texterschließung trainieren die Kinder ihre Hör- und Sprachkompetenz über die angebotenen Übungen.

So muss bei der Hörübung 1 ein inhaltlich falsches Wort identifiziert und sinnvoll ersetzt werden. Bei der Hörübung 2 wird das selektive Hören geschult, indem die gehäuft vorkommenden Wörter Ida und Essi möglichst schnell in einem umfangreicheren Text identifiziert werden müssen. Die Hörübung 3 fordert das detailorientierte Hören heraus, das gerade für DaZ-Kinder eine besondere und wichtige Herausforderung des Hörverstehens darstellt. Hier ist der Anfangslaut falsch und muss passend ersetzt werden, sodass ein sinnvolles Wort entsteht. 

Lernbereich Sprechen und Erzählen

Die Bildvorlagen, die ausgewählten Erzählwörter (Bildwortkarten) und die Redemittel bieten den Kindern Erzählhilfen für eine freie Nacherzählung (s. auch oben unter Weitere Anregungen zum Umgang mit dem Text).

Lernbereich Lesen

Über die gezielten Hörübungen wurde das textimmanente Wort- und Sprachmaterial bereits semantisch weitgehend gesichert und Bestandteil des „inneren Lexikons“.

Auf dieser Basis lassen sich für bereits leseerfahrende Kinder, Leseübungen mit unterschiedlichem Anspruchsniveau (Wort-, Satz- und Textebene) durchführen.

Es werden sowohl lesetechnische Fertigkeiten als auch die Fähigkeit der Sinnkonstruktion trainiert. Alle Leseaufgaben stehen im thematischen Kontext der Geschichte und erleichtern den Kindern ein Lesesinnverstehen und die Hypothesenbildung, da ihnen der inhaltliche und sprachliche Rahmen bereits vertraut ist.

Lernbereich Schreiben

Die Schreibangebote umfassen zwei Begleithefte. Sie setzen erste basale Schreibkompetenzen voraus. Das Kuscheltierbuch stellt einen Schreibanlass zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Kuscheltier dar. Hier werden die Kinder motiviert, über Text-Bild-Kombinationen ihr eigenes Kuscheltier vorzustellen.

Das Schreib- und Lesebegleitheft erfordert eine Auseinandersetzung mit dem Erzählinhalt der Geschichte. Neben einfachen Zuordnungen und Benennungen werden die Kinder auch aufgefordert, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, ihre Sprechanteile zu generieren oder beispielsweise stellvertretend für Essi eine Denkblase auszufüllen.